Liebe geht durch den Magen, das gilt auch für Fußball-Fans. Zum Stadionbesuch gehört die Stadionwurst. Es geht aber auch anders, zum Beispiel mit fair gehandelten Lebensmitteln, die internationales Flair in ein Oberliga-Stadion zaubern können. 


 Fair aufgetischt in Reutlingen

Das Reutlinger Kreuzeichestadion stand daher beim SSV-Heimspiel zum Auftakt der Fairen Woche am 13.9.2014 ganz im Zeichen des Fairen Handel(n)s mit einer Teilnahme am GEPA-Wettbewerb. Fair aufgetischt wurden gleich zwei Speisen in der VIP-Lounge des Reutlinger Fußballvereins: Als vegetarisches Hauptgericht Nudeln aus bolivianischer Quinoa und europäischem Hart-Weizen, kombiniert mit GEPA-Pesto nach italienischem Rezept (die Zutaten des Pestos stammen aus Indien, Guinea-Bissau und Palästina) und zum Nachtisch “Basmati-Reis à la Crème“. Das Dessertrezept hatte der in Reutlingen bekannte und beliebte Biokoch Simon Tress zur Fairen Woche 2010 kreiert. Der dabei verwendete Reis wird in Indien angebaut, die Kokosmilch stammt aus Thailand, der Rohrohrzucker aus Paraguay.


Regelmäßige Besucher der VIP-Lounge kennen bereits fair gehandelten Kaffee, denn seit anderthalb Spielzeiten wird dort Pidecafé von der GEPA ausgeschenkt.


An einem separaten Tisch standen die Rezepte und Zutaten der beiden Gerichte zum Erwerb bereit, zwei Weltladen-Mitarbeiterinnen gaben Auskunft zu den Produkten und zum Fairen Handel allgemein.
Ein doppelseitiger Artikel in der Stadionzeitschrift sowie die Berichterstattung im Vorfeld in Presse, Online-Medien und Sozialen Netzwerken hatten die Zuschauer bereits vor Anpfiff auf das Thema Fairer Handel eingestimmt. Auch Stadionsprecher Wolfgang Gattiker, dessen Tochter ein inklusives Café betreibt, in dem Fairer Kaffee ausgeschenkt wird, wies vor und nach dem Spiel sowie in der Halbzeitpause ausführlich auf die „tolle Sache“ hin.


Die Fair-aufgetischt-Aktion wurde ergänzt durch einen Mitmach-Stand im Eingangsbereich des Stadions. Dort konnten die Stadiongänger zuschauen und selbst ausprobieren, wie das Lieblingsspielgerät ihrer Kicker genäht wird. Schautafeln informierten über die Produktion von handgenähten Fußbällen und zeigten den Unterschied zwischen konventionell und fair gehandelten Bällen. Es sind die kleinen Dinge am Rande, die solche Aktionen zur Besonderheit werden lassen: unter den Zuschauern war auch ein Junge aus Sialkot/Pakistan, der die Produktionsstätten gut kannte und die Aussagen der Weltladen-Mitarbeitenden bestätigte. Bei einem Preisrätsel gab es einen Gepa-Fußball und ein Lebensmittelpaket zum Nachkochen der „aufgetischten“ Speisen. Die Gewinner wurden in der Halbzeitpause vom Stadionsprecher durchgesagt.


Dank der guten Zusammenarbeit zwischen Caterer, Weltladen, Stadionsprecher und Sportverein erfuhren ca. 850 Personen, dass beim Fußball neben „Fair-Play“ auf dem Rasen auch eine faire Bezahlung der im Hintergrund Beteiligten machbar ist.


Und sonst? Der SSV Reutlingen hat zwar sein Heimspiel verloren, aber geschmeckt hat es trotzdem allen. Auch den Spielern. Nach dem Spiel, versteht sich. Vielleicht hätten sie die GEPA-Nudeln vorher essen sollen.

SSV Reutlingen is(s)t fair 

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