20 Jahre Weltladen Reutlingen

2014 feierte der Weltladen Reutlingen sein 20-jähriges Bestehen.
Aus den Anfängen berichtet Gerhard Vöhringer:

Die Anfänge des Reutlinger Weltladens

1. Der Ökumenische Arbeitskreis Reutlingen kann als Wiege des Weltladens gelten. Dort kam die Frage auf, ob die Albmetropole und Einkaufsstadt Reutlingen ohne Weltladen sein kann.
Meine Frau und ich waren in den 70er Jahren an der Entstehung des Göppinger Weltladens beteiligt. Ursula hatte im Turm der Kaiser Wilhelm Gedächtniskirche Berlin im Verkauf des Weltladens mitgearbeitet; im November 1991 waren wir von Berlin-Zehlendorf nach Reutlingen-Betzingen gekommen.

Der Ökumenische Arbeitskreis Reutlingen traf sich in den Jahren 1992 und danach meist monatlich Montag Abends, meist im Pfarrsaal der Marienkirche Reutlingen. Allen Teilnehmenden war klar, dass Reutlingen einen Weltladen braucht und verdient. Die Frage war nur:
wie kommen wir dahin?

Das alte Logo des Eine Welt Vereins Reutlingen

Im Lauf des Jahres 1992 wurde entschieden, dass wir einen Verein gründen, Sympathisanten und Mitglieder suchen, die Kirchen um Unterstützung bitte. Beim Ordnungsamt der Stadt Reutlingen beantragten wir einen Standplatz auf dem Wochenmarkt. Dazu brauchten wir einen geeigneten, d.h. wetterfesten Stand. Maren und Hans Wucherer fuhren mit mir ins Filstal und kauften einen stabilen Stand, der zunächst im Fahrrad-Raum des Betzinger Pfarrhauses Steinachstraße 4 untergestellt wurde.

2. Der Eine Welt Verein Reutlingen wurde am 13. September 1993 im Pfarrsaal der Marienkirchengemeinde gegründet.
Pfarrer Dr. Jürgen Quack leitete die Versammlung. Pfr. Gerhard Vöhringer wurde zum 1. Vorsitzenden, Elke Elwert zur 2. Vorsitzenden und Maren Wucherer zur Rechnerin des Vereins gewählt.

3. Nachdem wir bis Herbst 1994 fast jeden Samstag den Reutlinger Weltladen quasi ambulant auf dem Reutlinger Wochenmarkt ins Spiel gebracht hatten, war die Suche nach einem geeigneten Haus erfolgreich. Zuvor möchte ich eine kurze Unterhaltung am Stand erzählen, die weitreichende und wundersame Folgen für den Reutlinger Weltladen haben sollte. Vermutlich nicht zum ersten Mal kam eine Frau an den Markstand und sagte: "Wenn ich dann erst im Ruhestand bin, werde ich auch gern mitmachen."
Maria Schwarz hat wie keine andere Person dafür gesorgt, dass der Weltladen Reutlingen geworden ist wie und was er ist: eine Begegnungsstätte in bester Lage dicht an der Marienkirche, Anwalt vieler Benachteiligter, Forum wichtiger Gespräche, über 80 Menschen arbeiten haupt- oder nebenamtlich hier mit.

Eröffnung des ersten Reutlinger Weltladens

4. Aulberstraße 1 - der Einstieg in die Sesshaftigkeit. Nach guten Vorgesprächen mit Herrn Herbert Märkle und Dekan Gottfried Dinkelaker kam es am 22. November 1994 zur feierlichen Schlüsselübergabe vor dem Haus Aulberstraße 1.
Am 26. November feierten wir ab 17 Uhr im Haus der Volkshochschule Reutlingen den Einzug in die Dekanatsräume in der Aulberstraße.
Marie Dilger, die eine wichtige Rolle im Kampf der "Frauen gegen Apartheid" ("Kauft keine Früchte der Apartheid") in der EKiD und im Ulmer Weltladen hatte, malte sehr anschaulich ein Bild für die Notwendigkeit sogenannter Weltläden.

Weltladen Reutlingen Einzug
36 Ehrenamtliche standen bereit, um beim Ladenaufbau und Betrieb anzupacken.

Weltladen Reutlingen Aulberstrasse5. Die Räume im Erdgeschoss des ehemaligen Dekanats, Aulberstraße 1, waren zwar ein guter Anfang, aber als Laden auf die Dauer nicht optimal. Darum zog der Weltladen im Oktober 2004 in größere Räume und eine bessere Lage um: in den Weibermarkt 3, neben der Marienkirche.
Heute sind ca. 80 Ehrenamtliche mit ihrem Engagement im Verkauf und der Bildungsarbeit tätig.


Zum Jubiläumsfest siehe den Bericht 20 Jahre Weltladen Reutlingen.

Im August 2017 zog der Weltladen um in die Rathausstraße 10.

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